Hintergrund
Die radiographische Progression ist ein wichtiger Endpunkt bei rheumatoider Arthritis, da sie mit bleibenden Funktionseinschränkungen korreliert. Die Identifikation von Biomarkern, die Gelenkzerstörung vorhersagen können, ist klinisch hochrelevant. Die internationale BIODAM-Kohorte wurde eigens zur Validierung solcher Kandidaten-Biomarker etabliert.
PICO
- Population: 571 RA-Patienten aus 38 Zentren in 10 Ländern
- Intervention: Prospektive Sammlung von Serum-Biomarkern und Röntgenbildern über 2 Jahre
- Comparison: Patienten mit vs. ohne radiographische Progression
- Outcome: Radiographische Progression (van der Heijde modified Sharp Score ≥0.5)
Ergebnisse
Follow-up und Baseline
- 76.9% (439/571) der Patienten absolvierten das 2-Jahres-Follow-up
- Baseline: 76% weiblich, mittleres Alter 55.7 Jahre, mittlere Krankheitsdauer 6.5 Jahre
Radiographische Progression
- 38.2% zeigten Progression nach 1 Jahr
- 59.9% zeigten Progression nach 2 Jahren
Unabhängige Prädiktoren für Progression
| Prädiktor | Odds Ratio | 95% CI |
|---|---|---|
| Anti-CCP positiv | 4.0 | 1.6 – 10.0 |
| Weibliches Geschlecht | 3.3 | 1.3 – 7.6 |
| Hohe BSG | 3.2 | 1.2 – 7.6 |
| IgM-RF positiv | 3.1 | 1.2 – 7.9 |
Fazit für die Praxis
Die BIODAM-Kohorte validiert Anti-CCP als wichtigsten Biomarker zur Risikostratifikation bei RA. Patienten mit positivem Anti-CCP haben ein 4-fach erhöhtes Risiko für radiographische Progression. In Kombination mit weiblichem Geschlecht, hoher BSG und positivem RF kann ein Hochrisiko-Profil identifiziert werden, das eine frühzeitige aggressive Therapie rechtfertigt.
📋 Klinische Relevanz
Anti-CCP-positive RA-Patienten sollten als Hochrisikopatienten für radiographische Progression betrachtet werden und könnten von einer frühzeitigen bDMARD-Therapie profitieren.