DGRh S2e Leitlinie: PMR

Update der deutschen Leitlinie zur Polymyalgia Rheumatica

Das Update der S3-Leitlinie (jetzt S2e) integriert die neuesten Erkenntnisse zu Biologika und gibt aktualisierte Empfehlungen zur Diagnostik und zum Glukokortikoid-Management.

Key Finding

Bestätigung von Glukokortikoiden als First-Line. Aber: Neue, explizite Empfehlung für IL-6-Rezeptorblocker (Tocilizumab, Sarilumab) bei Risikopatienten oder refraktärem Verlauf (Steroid-Einsparung!).

Studientyp
S2e Update Leitlinie
Status
Vorgestellt (Publikation 2025)
Organisation
DGRh

Kernaussagen des Updates

1. Initialtherapie

Glukokortikoide (GC) bleiben Mittel der ersten Wahl. Startdosis unverändert meist 12.5 - 25 mg Prednison-Äquivalent, abhängig von Komorbiditäten und Gewicht.

2. Rolle der IL-6-Blockade

Paradigmenwechsel

Früher nur "off-label" oder Zweitlinie, haben IL-6-Inhibitoren (Tocilizumab, Sarilumab) nun einen festen Stellenwert.

Empfehlung: Einsatz erwägen bei:

  • Rezidiv unter GC-Reduktion.
  • GC-Abhängigkeit (Unmöglichkeit, unter eine bestimmte Dosis zu kommen).
  • Hohem Risiko für GC-Nebenwirkungen (schwere Osteoporose, schlecht einstellbarer Diabetes, Glaukom).

3. Methotrexat (MTX)

Bleibt die Alternative (Steroidsparer), wenn IL-6-Blocker nicht verfügbar oder kontraindiziert sind. Die Evidenz für MTX ist jedoch schwächer als für IL-6-Blocker (siehe SEMAPHOR/SAPHYR Studien).

4. Diagnostik

Ultraschall (PMR-Scan) wird weiterhin dringend empfohlen zur Sicherung der Diagnose und Abgrenzung (z.B. von RA oder Vaskulitis).