RABBIT Register: Sicherheit von JAK-Inhibitoren

Real-World-Daten aus dem deutschen Rheuma-Register zur kardiovaskulären Sicherheit und Krebsrisiko

Das deutsche Biologika-Register RABBIT liefert wichtige Real-World-Daten, die die Ergebnisse der ORAL-Surveillance Studie (Risikopopulation) in den Kontext der täglichen Versorgung in Deutschland setzen.

Key Finding

Im Gegensatz zu ORAL-Surveillance zeigte sich im RABBIT-Register KEIN erhöhtes Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) unter JAK-Inhibitoren im Vergleich zu TNF-Inhibitoren.

Studientyp
Register Data Register
Basis
>14.000 Episoden
Journal
RMD Open 2023

Hintergrund

Nach der Warnung durch die EMA (basierend auf ORAL Surveillance) war unklar, ob das erhöhte kardiovaskuläre Risiko auch für "normale" RA-Patienten in Deutschland gilt, die oft weniger Risikofaktoren haben als die ORAL-Surveillance-Kohorte.

Ergebnisse: Kardiovaskuläre Sicherheit (MACE)

  • Analyse von über 14.000 Behandlungs-Episoden (JAKi vs. TNFi).
  • Ergebnis: Inzidenzraten für Herzinfarkt/Schlaganfall (MACE) waren unter JAK-Inhibitoren nicht höher als unter TNF-Inhibitoren.
  • Dies bestätigt, dass die Risikoselektion entscheidend ist. Bei Patienten ohne hohes Risikoprofil scheint das Risiko gering zu sein.

Update: Malignom-Risiko (Vorschau 2025)

Vorsicht bei Krebsrisiko

Neuere Analysen (Publikation erwartet 2025) zeigen jedoch ein leichtes Signal für ein erhöhtes Krebsrisiko in bestimmten Subgruppen unter JAKi, ähnlich wie in ORAL Surveillance. Hier bleibt Vorsicht geboten, insbesondere bei Patienten mit Krebsanamnese.

Fazit für die Praxis

Die RABBIT-Daten entschärfen die Sorge um die Herzsicherheit für die breite Patientenpopulation, mahnen aber weiterhin zur sorgfältigen Indikationsstellung (Shared Decision Making) gemäß EMA-Empfehlungen, insbesondere bei älteren Patienten oder solchen mit VTE/Malignom-Risiko.